Brigitte Buck Litscher
Zürich, Schweiz
Geboren in Baar bei Zug, absolvierte sie 1970 die Kunstgewerbeschule Luzern. Zudem verfügte sie über eine Ausbildung als Fotografin. Diverse Studienreisen führten Brigitte Buck Litscher in die USA, unter anderem an die Universitäten von Boston und Miami. Im Jahr 1979 folgte die Gründung der Firma Ateliena 79. Neben etlichen Einzelausstellungen nahm sie auch an Gemeinschaftsausstellungen teil. Im Jahr 2000 folgte das Konzept der Kunstmiete. Mit regelmässigen Kursbesuchen, unter anderem an der Zürcher Hochschule der Künste, entwickelt sich die Künstlerin stetig weiter. Neben dem Verkauf und der Vermietung ihrer hochwertigen Ölbilder, engagierte sich Brigitte Buck Litscher in diversen Projekten. Sie war ebenfalls an Kunstmessen und Events vertreten.
Über ihre Werke und ihr Leben
Es gibt Bilder die füllen einen Raum mit ihren Farben, mit ihrer Kraft und ihrer Grösse. Brigittes Bilder gehören dazu. Bei ihren Bildern geht es nicht darum etwas zu erkennen oder mythologische Hintergründe darin finden zu wollen, nein es geht einzig und alleine um Emotionen die sie auslösen. Die Pinselstriche entsprachen ihren jeweiligen Emotionen und die Grösse der Werke ihrer Haltung, dass alles gross sein soll und muss. Mit Kleinbürgertum und nicht grosszügig denkenden Menschen konnte sie nicht umgehen. Alles musste gross sein, laut, unmittelbar und voller Energie. Ihre sogenannten Blumenbilder sind Farbexplosionen, sie transportieren eine Farbenfülle und eine unbändige Lebensfreude in jeden Raum. Etwas beschaulicher und grafischer erlebt man ihre sogenannten Reisebilder, welche langsam an einem vorüberziehen, so wie die Landschaften, an denen man vorbeifährt und welche einem danach noch lange in Erinnerung bleiben, viel subtiler und tiefgründiger als im ersten Augenblick erwartet.
Genauso war Brigitte Buck Litscher und genauso hat sie gelebt. War sie an einem Ort, so war sie der Mittelpunkt und hat mit ihrer Präsenz und ihrer nie enden wollenden Energie alle mitgezogen. Sie war wie ihre Blumenbilder; alles einnehmend, voller Leben und es gab nur das Jetzt. Auf dem Weg zum nächsten Ort war sie stiller unterwegs, feinfühlig, manchmal auch schwermütig. Sie machte sich dann über vieles Gedanken, versuchte diese Gedanken zu ordnen, ihnen eine Struktur zu verleihen und sie festzuhalten, analog ihren Reisebildern. Am 7. Juli 2023, mit 69 Jahren, hat Brigitte Buck Litscher, nach kurzer Erkrankung bewusst, so wie sie immer gelebt hat, mit Exit ihre letzte Reise angetreten. Sie konnte und wollte nicht alt werden. Sie konnte sich ein ruhiges, gemächliches Leben nicht vorstellen. Sie wollte, wie sie es selber formulierte, mit einem lauten Knall abtreten. Zurück geblieben sind ihre Werke. Werke, die ihre Energie bei der Entstehung weiterhin aufleben lassen, die ihre unbändige Lebensfreude oder die beschauliche, nachdenkliche Art immer noch in die jeweiligen Räume transportieren.
Der Eisenwerker Heiko Schütz
Geboren 1954 und aufgewachsen in Kirchberg BE, kam Heiko schon früh mit Eisen in Kontakt. 1970-1973 absolvierte er eine Lehre als Maschinenmechaniker bei der Firma Aebi in Burgdorf. Schon damals wurde Heiko magisch von Schrotthaufen und Ausschussmaterial aus der Metallverarbeitung angezogen und er legte sich einen Fundus von spannenden Stücken an, woraus er skurrile Gebilde schuf – nach seinem Verständnis eine kunstvolle Art des Recyclingverfahrens. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Eisenplastiken. 1977 wurde Heiko Schütz Assistent bei Bernhard Luginbühl und wurde von ihm gelegentlich auch an dessen Freund Jean Tinguely «ausgeliehen». Bis 1980 arbeitete Heiko entsprechend an verschiedenen grösseren Projekten mit, bis er sich entschied, fortan seinen eigenen Weg als Kunstschaffender zu gehen. 1982 entstanden seine ersten Eisenbücher. 1987 war ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere. Er schuf für eine Samstagabend-Sendung des Schweizer Fernsehens seinen «Pfeil», ein 8 Meter langes, filigranes, aus Hunderten von Schrottstücken zusammengeschweisstes Monumental-Werk.
Ab 1990 bekamen seine Eisenbücher ein Gesicht, es entstanden die sogenannten Kopfbücher. Das war auch der Beginn der Werkreihe Schlaufen, Schleifen und Knoten. Parallel dazu gestaltete Heiko Schütz die Werkreihe Momente. 2001 folgte ein weiteres Kapitel seines unermüdlichen Kunstschaffens. Er erhielt die Möglichkeit die beiden ehemaligen Dampfkessel des Brienzerseeschiffes «DS Lötschberg» auseinanderzubrechen und die gewonnenen Teile in Kunst-Stücke umzuformen – es entstand die Reihe der Fächer. 1992 konnte Heiko Schütz mit seiner Frau Beatrix und ihren drei Kindern ein alt ehrwürdiges Haus in Niederönz mit einer grossen Wiesenfläche übernehmen. Nach und nach konnten sie die Immobilie umbauen und aus der Wiesenfläche wurde ein Lagerplatz für Gross-Skulpturen, welcher auch heute nach Voranmeldung noch besichtigt werden kann, ebenso wie sein Atelier und die Ausstellungsräume: www.heikoschuetz.ch
Als ab 2010 aus «sicherheitstechnischen» Gründen der Zugang zu den Schrotthalden der Giessereien gesperrt worden war musste Heiko Schütz umdenken. Er begann damit aus vorfabrizierten Buchstaben Kunstobjekte zu gestalten. Auch da waren seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Buchstabenkugeln, Buchstabentürme, Buchstabenobjekte in Gross- und Kleinformat, zwischendurch immer wieder gepaart mit Fundgegenständen, mit Silhouetten und anderen Formen, die er früher kreiert hatte, begleiten Heiko Schütz nun auch schon über seinen 70igsten Geburtstag hinaus bis heute und er wird nie müde sich immer wieder neue Kreationen auszudenken.
Esther Gerber Scherenschnitte
Esther Gerber lebt und arbeitet in Rohrbach, weniger als eine Viertelstunde vom Roggegratbad entfernt. Sie hat die Kunst des Scherenschnitts in der Schweiz salonfähig gemacht und sie als Symbol für Schweizer Tradition und Handwerkskunst, in die weite Welt hinausgetragen. Ihre Werke schmücken nicht mehr nur private Wohnräume, sondern auch Schaufensterauslagen von Bucherer, das Outfit des neuen Pilatus-PC-12 Demoflugzeugs, den Heissluftballon der Emmental-Versicherung anlässlich des 150-Jahre Jubiläums, Hoteleinrichtungen, Bergrestaurants, Modeaccessoires, Alltagsgegenstände und vieles mehr. Esther Gerbers Scherenschnitte erkennt man an der unnachahmlichen Lebendigkeit und an der Fröhlichkeit ihrer Figuren und Kompositionen. Figuren, welche Esthers Naturelle entspringen und die Scherenschnitte zu wahrem Leben erwecken. Lassen Sie sich beim Betrachten unseres Scherenschnitts «Roggegratbad» in Esther Gerbers Welt entführen und Sie vergessen die Sorgen des Alltags. www.esther-gerber.ch
Alois M. Demlehner, alias DREADNOUGHT
Alois M. Demlehner wurde 1965 in Bad Griesbach in Deutschland geboren. Seit seinem Abschluss als Holzbildhauer an der Schnitzerschule Berchtesgarden ist er als freischaffender Bildhauer tätig. Anfangs arbeitete er mit Stein und Bronze, seit 1998 vorwiegend mit Edelstahl, später kombiniert mit korrodiertem Stahl und seit 2010 in Kombination mit Acrylglas respektive ausschliesslich mit Acrylglas, wobei er je nach Objekt sogar Holz miteinbezieht. Auch seine Themen sind weit gefasst. Er setzt sakrale Themen genauso um wie menschliche Figuren, Tiere oder mythologische Gestalten. Vor allem weibliche und spirituelle Themen bilden den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens und seit einigen Jahren vermehrt Formen aus der Natur. Seine Formensprache, anfangs noch gegenständlich, ging immer mehr eine symbiotische Beziehung mit dem Material ein und wurde fliessender und stilisierter, blieb aber figurativ. Seine Werke aus hochglanzpoliertem Edelstahl, je nachdem kombiniert mit absolut transparentem Acrylglas, leben von ihren Formen, dem Spiel von Schatten und Licht, von Reflexionen und Durchsichten. Sein großes Interesse an den verschiedenen Techniken und sein Ehrgeiz, jedes Material perfekt zu beherrschen, machen ihn zu einem einzigartigen Künstler. Er passt seine Umsetzung und Interpretation dem Material an und kreiert so Kunstwerke, die in jeder Beziehung absolut eindrucksvoll sind und zudem jedermann, der nur schon einmal versucht hat mit diesen Materialien zu arbeiten, in blosses Erstaunen versetzt.
Über Alois als Mensch
Alois M. Demlehner lebt auf dem Land, am Ende einer Sackgasse, abgeschirmt in einem riesigen natürlichen Park, den er eigenhändig in einen Wald transformiert. Er lebt abgeschieden zusammen mit seiner Lebenspartnerin, ohne Kontakt mit der Aussenwelt und völlig bescheiden. Alois ist still und wortkarg, aber überlegt. Seine Arbeitsweise ist besonnen, exakt bis ins kleinste Detail, immer wieder hinterfragend und überprüfend, dennoch zielstrebig und in Ruhe. Alois lebt für die Kunst. Er verlässt sein Grundstück kaum und wenn, dann nur ungern, denn seine nächste Umgebung ist für ihn Inspiration genug. Alois M. Demlehner traut sich an Materialien, von welchen jeder andere Künstler die Finger lässt. Edelstahl zum Beispiel, ein Material, mit welchem man eigentlich keine filigranen Arbeiten erschaffen kann, nicht so Alois. Er begann aus hunderten von kleinen Edelstahlstücken, die er zuerst verformte, danach zusammenschweisste und am Ende polierte, Gesichter zu gestalten, später ganze Körper und all dies in einem Detailierungsgrad, der einen nur staunen lässt. Bei uns im BAIN-BLEU in Genf, wie auch im BLUE-art Roggegratbad sind zwei diesbezügliche Meisterwerke ausgestellt (Daphne und Eva). Seit einigen Jahren hat Alois M. Demlehner sich mittlerweile auf Acryl spezialisiert. Er experimentiert mit diesem Material bezüglich Farben, Formen, Grössen und Transparenz. Dauert bei anderen Künstlern die Entstehung ihrer Werke Tage, manchmal Wochen, so arbeitet Alois meist über mehrere Monate an einem Werk. Für die beiden Gross-Skulpturen im BAIN-BLEU benötigte er jeweils fast ein Jahr. Die Faszination bei den Werken von Alois sind das unglaubliche Spiel mit Licht und Schatten, Transparenz und Spiegelflächen sowie die Reflexion oder die Integration der unmittelbaren Umgebung in die jeweilige Skulptur. Nie mit sich zufrieden treibt es Alois M. Demlehner immer zu Neuem an und ist ein Werk vollendet, so war das höchste Lob, dass er sich bisher selber zollte «passt schon». Bei seiner derzeit letzten Arbeit für uns im BAIN-BLEU, einer liegenden, blau/transparenten „Nude“ hat er nun aber eine neue Bezeichnung für die Emotion gefunden, welche dieses Werk in ihm auslöste; er war von seinem Werk „geflasht“. www.alois-demlehner.de